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Sti:ne summt: Nahrung und Nisthilfen für Wildbienen auf dem Campus

Ein Beitrag von Jana Krachler

Neben der allseits bekannten Honigbiene gibt es in Deutschland über 550 Wildbienenarten. Einige von ihnen haben jetzt einen Platz auf dem Darmstädter Hochschul-Campus. Wildbienen leben nicht in größeren sozialen Einheiten, sondern als Einzelgänger und produzieren keinen Honig. Doch sie haben eine große Bedeutung als Bestäuber von Bäumen, Blumen und Nutzpflanzen. Nur durch die Zusammenarbeit von Wild- und Honigbienen werden die besten Bestäubungsleistungen erreicht. Zudem müssen Wildbienen keinen großen Honigvorrat verteidigen und haben deshalb nur einen sehr kleinen Stachel, der nicht durch die menschliche Haut stechen kann. Durch die industriell geprägte Landwirtschaft, die zunehmende Verstädterung und Zersiedelung der Landschaft finden Wildbienen jedoch immer weniger Nahrung und Nistmöglichkeiten für die Larvenaufzucht. Daher stehen mittlerweile über die Hälfte der Wildbienenarten in Deutschland auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Wildbienen sind durch den Menschen vielen Bedrohungen ausgesetzt und auf Schutz angewiesen. Diese Problematik haben die Studierenden der Studentischen Initiative für Nachhaltige Entwicklung – kurz sti:ne – Anfang des Jahres aufgegriffen und sich vorgenommen den Wildbienen Nistmöglichkeiten auf dem Campus zu geben und das Nahrungsangebot zu erhöhen.

 Um dieses Vorhaben umzusetzen, informierte sich das Team zunächst über den Bau von „Wildbienenhäusern“ und darüber, welche Pflanzen sich als Nahrungsangebot speziell für Wildbienen eignen. Die sti:ne entschied sich schließlich für Wildbienenhäuser in Verbindung mit Hochbeeten aus Paletten, um den Wildbienen Nist- und Nahrungsmöglichkeiten zu gleich bieten zu können. Als nächstes ging es an die Materialbeschaffung. Unterstützung kam vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit 500 Euro aus dem Lotto- und Troncaufkommen und der Firma Evonik aus Darmstadt (Geschäftsgebiet Health Care in Weiterstadt) in Form von Paletten als Baumaterial.

So konnte das sti:ne Team im Mai zwei Wildbienenhäuser mit vorgelagerten Hochbeeten für Wildbienenpflanzen bauen. Als Nistmöglichkeiten hat sti:ne vom NABU Darmstadt Laubholzstämme erhalten und Bambus aus Seeheim-Jugenheim geerntet. Denn Bambusstäbe eignen sich mit ihrem Hohlraum optimal für die Eiablage von Wildbienen. In Holzstämme können mit einem Holzbohrer ebenfalls geeignete Löcher für die Eiablage gebohrt werden. Als Nahrungsangebot hat sti:ne in die Hochbeete der Wildbienenhäuser spezielle „Wildbienenblumen“ wie Thymian, Seifenkraut, Herzgespann, Pracht-Nelke oder Zauberschnee gepflanzt.

Das Ergebnis sind zwei Wildbienenhäuser, die nicht nur die Wildbienen erfreuen, sondern auch die Hochschulangehörigen der h_da. Am 7. Juni wurden die beiden Häuser offiziell eingeweiht und für Wildbienen eröffnet – die sti:ne ist gespannt, wann die ersten Wildbienen die Nistmöglichkeiten nutzen werden.

Sie möchten auch aktiv werden und etwas zum Schutz der Wildbienen beitragen? Dann informieren Sie sich zum Beispiel hier und sorgen auch Sie für ein besseres Nahrungsangebot und mehr Nistmöglichkeiten für Wildbienen.

Lust bei sti:ne mitzumachen?
Wir treffen uns alle zwei Wochen von 18 – 19.30 Uhr in A12/018.
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