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1. Tag der Nachhaltigkeit 2021: Toll war’s!

Unter dem Motto „Körper & Geist“ fand am Mittwoch, den 24. Februar 2021 der erste Tag der Nachhaltigkeit statt. Der Tag war gefüllt mit vielen spannenden Workshops, Vorträgen, Diskussionsrunden und einem Film.

Buntes Programm am Tag der Nachhaltigkeit

Was wirkt?

„Was wirkt?“ der Workshop von Umweltpsychologe Prof. Dr. Andreas Homburg von der Hochschule Darmstadt beschäftigte sich gleich am Morgen mit der Weltrettung. Auch wenn, wie Andreas Homburg so schön sagte, wir nicht sofort die Welt retten, so möchte er im Laufe der Veranstaltung möglichst praxisnahe Tipps dafür geben. Sinnvoll ist es hierfür beim Menschen anzusetzen, denn unser Verhalten hat große Auswirkungen. Unser ökologischer Fußabdruck ist aktuell viel zu hoch und muss in den nächsten Jahren gegen null gehen. Fakt ist: Wir brauchen Maßnahmen, die in Verhaltensweisen eingreifen. Und wer sich an dieser Stelle die Frage stellt, ob wir überhaupt beim menschlichen Verhalten ansetzen dürfen, bekommt von Prof. Homburg ein klares „ja“. Laut ihm dürfen wir nicht nur eingreifen, wir sind sogar zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlage zukünftiger Generationen verpflichtet.

Und um das zu schaffen, brauchen wir Klimaschutzkampagnen, bei denen die Menschen bereit sind mitzugehen. Der Echo-Leitfaden zur Kampagnenerstellung bietet hierfür eine gute Grundlage:

Nach einer kurzen Einführung in die Umweltpsychologie und in Klimaschutzkampagnen durften die Teilnehmer*innen in Kleingruppen erste Klimaschutzkampagnen erarbeiten. Die Ergebnisse: Während die erste Gruppe Studierende in Studentenwohnheimen mit der Kampagne „Weniger Heizen“ zum Ressourcensparen aufrufen möchte, versucht die zweite Gruppe über eine Müllsammelaktion in der Nachbarschaft Kinder für die Müllvermeidung zu sensibilisieren. Im Luxussektor bewegt sich die Kampagnenidee der dritten Gruppe. Die Aktion „Tragetasche“ soll Luxus-Laden-Kund*innen in und um Frankfurt auf Plastikvermeidung und nachhaltigen Konsum aufmerksam machen. Last but not least sollen die Bürger*innen Darmstadts mit der Kampagne „saisonale und regionale Lebensmittel kaufen“ dazu motiviert werden, beispielsweise auf dem Wochenmarkt umweltschonend einzukaufen und somit gleichzeitig die lokale Landwirtschaft anzukurbeln. Die Umsetzung der Kampagnen sind ganz unterschiedlich: Von Flyern und Veranstaltungen über die Onlinemedien bis hin zu den Kickern von Darmstadt 98 als Influencer ist alles dabei.

Gewohnheiten

Morgenrituale, Essgewohnheiten, schlafen oder der regelmäßige Blick aufs Handy – Gewohnheiten gibt es jede Menge. Genau genommen treffen wir 30 bis 50 % unserer täglichen Entscheidungen im Autopiloten auf Basis von Gewohnheiten. Die „Macht der Gewohnheit“ erleichtert uns den Alltag, erschwert gleichzeitig aber auch Veränderungen. Wollen wir Gewohnheiten dennoch abgelegen bzw. antrainieren, müssen wir den Kreislauf der Gewohnheitsbildung bestehend aus Reiz, Verlangen, Handlung und Belohnung durchbrechen.

Im Vortrag der Hochschulgruppe Nachhaltigkeit (HG Nachhaltigkeit) gibt es hierfür jede Menge Ideen: Um eine Gewohnheit abzulegen, kann beispielsweise der Reiz aus dem Sichtfeld entfernt oder die Handlung schwieriger gemacht werden. So kann das Entfernen der Batterien aus der Fernbedienung das Fernsehgucken verhindern. Andersherum kann man Gewohnheiten antrainieren, indem man sie sichtbar macht oder mit Dingen verknüpft, die man mag. Möchte man zum Beispiel häufiger Gitarre spielen, kann es hilfreich sein, diese an der Wand aufzuhängen, statt unter dem Bett zu lagern.

Und für alle, die eine Gewohnheit ändern möchten, hat die Hochschulgruppe Nachhaltigkeit eine tolle 21 Tage Challange vorbereitet.

Achtsame Ernährung

Das Studierendenwerk Darmstadt hat den Workshop „Achtsame Ernährung“ durchgeführt. Zu Beginn durften die Teilnehmenden in zwei Kleingruppen an einer angeleiteten Achtsamkeitsübung zum Verzehr einer Banane teilnehmen. Banane schälen und schnell essen ist hier nicht. Stattdessen steht tief durchatmen, riechen, fühlen, hören und schmecken auf dem Programm und das ganz langsam und bewusst. Im Zentrum stehen dabei die Fragen „Was spüre ich? Was macht der Verzehr dieses Obstes mit mir?“. Und nachdem die ersten Bissen achtsam getätigt wurden, durfte der Rest des Obstes „normal“ gegessen werden.

Doch warum die Banane? Sie ist das zweitliebste Obst der Deutschen und das, obwohl sie sozial und ökologisch absolut nicht nachhaltig ist. Ein Kurzfilm über den Weg der Banane macht deutlich, dass – von harter, ausbeuterischer und gesundheitsschädlicher Arbeit auf dem Feld, über die Verpackung, gekühlte Lagerung, den Transport bis hin zum Reifegas vor dem Verkauf – entlang der Lieferkette sehr viel passiert. Daher gilt: wer eine Banane essen möchte, sollte sich darüber bewusst sein und diese achtsam genießen.

Naturpsychologie

Quelle: Betriebliches Gesundheitsmanagement und Büro für Nachhaltigkeit der TU Darmstadt

Ganz egal ob für einen Spaziergang, zum Sport treiben oder einfach zur Entspannung – wir Menschen halten uns aus ganz unterschiedlichen Gründen in der Natur auf. Doch was macht das mit uns? Der Workshop Naturpsychologie vom Büro für Nachhaltigkeit & dem Gesundheitsmanagement der TU Darmstadt drehte sich um die subjektiv wahrgenommene und die objektiv messbare Wirkung der Natur auf den Menschen. Zunächst gab es einen spannenden Input der Moderator*innen zur Naturpsychologie im Allgemeinen sowie zur Gesundheitsprävention und Gesundungsprozesse hervorgerufen von der Natur. Auch das Thema „Grüne Büros“ stand auf der Agenda.

Anschließend hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in Kleingruppen auszutauschen. „Was ist für mich eigentlich Natur? Welche Naturorte tun mir gut?“ – mit Fragen wie diesen diskutierten die Teilnehmenden über die individuelle Bedeutung der Natur. Und damit alle neue Inspirationen für den nächsten Ausflug ins Grüne bekommen, wurden die Lieblingsorte im Plenum gesammelt. In und um Darmstadt sind beispielsweise der Vortexgarten auf der Mathildenhöhe oder das Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblauchsaue beliebt.  

Nachhalt-Ich?

Die Interdisziplinären Studienschwerpunkte (iSP) der TU Darmstadt organisierten im Anschluss an die tollen Workshops und Vorträge eine Podiumsdiskussion bei der Teilnehmer*innen mit lokalen Akteur*innen über nachhaltiges Verhalten sprechen konnten. Im Podium saßen Jilly Latumena (Foodsharing Darmstadt e.V.), Martin Huth (Transition (Town) Darmstadt), Dr. Roland Lentz (“lab3”) und Barbara Köderlitz (Peacelab Darmstadt). Moderiert durch Dorothea Schoppek (Institut für Politikwissenschaften – Internationale Beziehungen) sowie den iSP wurden die Expert*innen und das Publikum durch spannende Diskussionen zu wirkungsvollen Handlungsweisen und der Realität als wirklich, nachhaltiger Bürger geleitet. Abschließend wurde über die nachhaltige “Lücke”, also in welchem Feld Akteure gerne “mehr Akteure” sehen wollen, diskutiert.

Der marktgerechte Patient vom Filmkreis & HG Nachhaltigkeit

Zum Abschluss des Tages zeigten der Studentische Filmkreis gemeinsam mit der HG Nachhaltigkeit online den Film „Der marktgerechte Patient“. Der 2018 erschienene Film von Leslie Franke und Herdolor Lorenz beschäftigt sich mit der Ökonomisierung des Gesundheitswesens und dessen ethische Auswirkungen in Folge der Gesundheitsreform 2004 und gibt verschiedene Einblick in die Meinungen von Expert*innen und Betroffenen. Das Highlight der Filmvorführung? Im Anschluss an die Film-Session konnte der Tag der Nachhaltigkeit in einem lockeren Gespräch mit Filmmacherin Leslie Franke ausklingen.

Mit dem Filmabend ging auch der erste Tag der Nachhaltigkeit zu Ende. Jetzt gilt es, den neuen Input auf uns wirken zu lassen und dem zweiten Tag der Nachhaltigkeit am 26. Mai 2021 zum Thema „Klimagerechtigkeit & Wandel“ entgegenzufiebern.

Neues Angebot seit dem Tag der Nachhaltigkeit

Damit uns bis zum nächsten Tag der Nachhaltigkeit nicht langweilig wird, hier noch ein ganz besonderes Angebot:

Achtsamkeitsspaziergang

Mit dem ersten Tag der Nachhaltigkeit hatte auch der Achtsamkeitsspaziergang der Studentischen Initiative für Nachhaltige Entwicklung (sti:ne) der Hochschule Darmstadt den Auftakt. Abseits von To-Do-Listen und Alltagsproblemen bietet er die Möglichkeit für eine kurze Erholung in der Natur. Einfache Achtsamkeitsübungen helfen, das Alltagsrad zu verlassen und gelassener, zufriedener und entspannter den Alltag zu meistern. Die Studis haben dafür neun kleine Hörübungen vorbereitet, die bei einem entspannten Spaziergang durchgeführt werden können. Ganz egal, ob gleich alle Hörübungen gemacht werden oder bei jedem Spaziergang eine – so bewusst wird man sich der Natur selten. Neugierig? Die Anleitung und die Hörübung gibt es auf Darmstadt4Change sowie auf Soundcloud zum Download. Einfach Handy und Kopfhörer schnappen und am persönlichen Lieblingsort auf Entspannungstour gehen. Viel Spaß!

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