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3. Tag der Nachhaltigkeit: Einblicke & Impressionen in die Welt von morgen

Quelle: Svea Spieker & darmstadt4change

Kurzweilig – genau wie der diesjährige 1. und 2. Nachhaltigkeitstag – war auch der 3. Tag der Nachhaltigkeit zum Thema „Innovation & Digitalisierung“. Am Mittwoch, den 25. August 2021, diskutierten und informierten sich viele begeisterte Teilnehmer*innen überwiegend online über die digitale Welt von heute und morgen.

Tag der Nachhaltigkeit: Sieben Formate für Digitalisierung & Innovation

Workshop: „Always on“ – Probleme und Chancen von Smartphone, Streaming und Co.

Der 3. Tag der Nachhaltigkeit begann mit dem Workshop „Always on“ und wurde von Georg Richarz, Nachhaltigkeitsmanager des Studierendenwerks Darmstadt, geleitetet. Im Rahmen der zweistündigen Veranstaltung behandelte Georg Richarz mit den Teilnehmer*innen die ökologischen und sozialen Herausforderungen einer zunehmenden Nutzung von digitalen Endgeräten mit Fokus auf das Smartphone. Themen waren dabei der ökologische Fußabdruck von Smartphones, das eigene Nutzungsverhalten der Teilnehmenden sowie Alternativen für ökologischeren Konsum (Gebrauchtgeräte, Hersteller von faireren Geräten). Außerdem entwickelten die Teilnehmenden Ideen zu einer kontrollierteren Nutzung von Smartphones im Alltag (Handyfasten etc.).

Als Tool zur Vermittlung der Inhalte nutzte das Studierendenwerk ein Mural-Board, bei dem die Teilnehmer*innen aktiv mitmachen konnten. Die wichtigsten Infos zur Handynutzung gibt es hier zusammengefasst zum Download.

Grüne Mittagspause am Tag der Nachhaltigkeit – Rundgang zu nachhaltigen Orten auf dem Campus

Bei bestem Wetter traf sich eine kleine Gruppe von Teilnehmenden auf dem Campus Lichtwiese zu einer Pause im Grünen. Bei einem Rundgang wurden verschiedene Stationen wie die Fahrrad-Reparatur-Stationen, die neu entstehende Lichtwiesenbahn, die ETA Fabrik (Forschung an Energieeffizienz), die Regenwasserbewirtschaftung der TU (d. h. Auffangen von Regenwasser zum Gießen, Kühlen oder der Toilettenspühlung), die Hochbeete der HG Nachhaltigkeit angesteuert. Der kleine Rundgang lockerte die Mittagspause des dritten Tags der Nachhaltigkeit auf und sorgte für Bewegung. Die Teilnehmenden waren begeistert, neue Orte kennenzulernen und Menschen zu treffen. Organisiert wurde die grüne Mittagspause durch das Büro für Nachhaltigkeit der TU Darmstadt. Aufgrund der Begeisterung der Teilnehmer*innen soll es in Zukunft weitere Rundgänge für TU-Angehörige im Rahmen von der Initiative „Mach Mal Pause” des Unisportzentrums geben.

Vorstellung: Südhessen-is(s)t-Bio – Ein Projekt geht online

Am Nachmittag ging es weiter mit der Vorstellung der neuen Plattform Südhessen is(s)t Bio. Die Plattform wurde durch die Projektkoordination der Ökomodellregion Süd in Zusammenarbeit mit der Onlinejournalismus-Lehrredaktion des 5. Semesters unter der Leitung von Prof. Dr. Torsten Schäfer an der Hochschule Darmstadt konzipiert. Ziel der Plattform ist es, Erzeuger*innen und Verbraucher*innen zusammenzubringen und alle Akteure der Region für ökologischen Landbau zu begeistern. In einem dreißigminütigen Vortrag haben Projektmitarbeiterin der Ökomodellregion Süd Alisa Bart sowie Onlinejournalismus-Student Simon Schönfeld das Publikum durch die interaktive Seite geführt. Für alle, die nicht dabei sein konnten: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – hier klicken und selber staunen.

Vortrag: Digitaler Katastrophenschutz – Warn-Apps und Grenzen digitaler Warnsysteme

Eva Schäfer von der Hochschule Darmstadt hielt einen Impulsvortrag zum Thema „ Digitaler Katastrophenschutz – Warn-Apps und Grenzen digitaler Warnsysteme”. Zunächst gab es einen kurzen Überblick über die bedenkliche Entwicklung von Hitzetagen, Niederschlagsmengen, Bodenfeuchte, Hageltagen und extremen Sturmereignissen in den letzten Jahrzehnten sowie über die Erderhitzung im letzten Jahrhundert und unsere mögliche Klimazukunft. Basierend auf diesen Daten wurden mögliche Risiken aufgezeigt und vier digitale Warn-Apps vorgestellt: KATWARN, NINA, hessenWARN und DWD-WarnWetter. Abschließend zeigte Eva Schäfer die technologiebedingten Grenzen der Warn-Apps auf. Begleitend dazu gab Sie eine Übersicht über die wichtigsten Aspekte einer guten Vorbereitung für den hoffentlich nie eintretenden Extremfall sowie den Hinweis auf eine persönliche Checkliste des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und der Katastrophenhilfe.

Im Plenum wurde anschließend die Frage diskutiert, wie Warn-Apps bekannter gemacht werden können, um die Zahl der Nutzer*innen zu erhöhen. Interessant war in diesem Zusammenhang, dass die Meldung vom 23.08.2021 zu Vergiftungsfällen an der TU Darmstadt außerordentlich frühzeitig über hessenWARN und KATWARN versendet wurde (noch vor der Veröffentlichung im Presseportal des Polizeipräsidiums Südhessen) und die Informationen dann sehr schnell über soziale Netzwerke weiter kommuniziert wurden. 

Wichtig war es Eva Schäfer zu betonen: „Warn-Apps können beim Umgang mit den Auswirkungen der Erderhitzung helfen. Sie bewirken aber wenig hinsichtlich einer Verhaltensänderung mit vorbeugender Wirkung. Letztere ist unser aller ureigene Aufgabe.” Der Appell, sich beispielsweise auch einmal Gedanken über die Abschaffung des eigenen Autos und ggf. Nutzung von Car-Sharing-Angeboten oder über den Konsum regional und ökologisch angebauter Nahrungsmittel zu machen, blieb in Erinnerung.

Vorstellung: Innovation an der TU Darmstadt

„Was haben Nachhaltigkeit, Innovation und HIGHEST miteinander zu tun?“ – dieser Frage ging Deniz Bayramoglu vom TU Gründungszentrum HIGHEST in seinem Vortrag nach. Gleich zu Beginn verdeutlichte er, dass wir vor vielfältigen globalen Herausforderungen stehen. Um die zugrunde liegenden Probleme zu verstehen und Lösungen zu entwickeln, ist Forschung unerlässlich. Darauf aufbauend ist auch Innovation ein wichtiger Bestandteil, um Herausforderungen zu bewältigen und den wandelnden Anforderungen von Gesellschaft und Umwelt gerecht zu werden.

In der Praxis finden dann beispielsweise Holzzahnbürsten oder Edelstahlflaschen Einzug in das alltägliche Leben, um Plastikmüll zu vermeiden. Auch die TU arbeitet im Gründungszentrum HIGHEST daran, Innovationen für eine nachhaltigere Welt zu schaffen. Im Bereich der Mobilität wurden beispielsweise durch die Design Parkplatzsperre 4.0 oder die Parkkette 4.0 neuartige Produkte geschaffen. Weitere Infos über HIGHEST, die Arbeitsweisen und Produkte gibt es hier. Zum Abschluss unterstreicht Bayramoglu, dass vor allem der ganzheitliche Fokus auf Technologie- und Nachhaltigkeitsthemen essenziell ist, um relevante und zukunftsfähige Innovationen zu schaffen.

Digitale Führung und Vortrag: Ressourceneffizienz durch Digitalisierung in der ETA-Fabrik

Die Hochschulgruppe Nachhaltigkeit und die Forschungsgruppe Energietechnologien und Anwendungen in der Produktion (ETA) gaben im Rahmen ihres Online-Vortrags eine digitale Führung durch die ETA-Fabrik. In der ETA Fabrik ist eine Produktionsstraße aufgebaut, wie sie auch in modernen Industriebetrieben zu finden ist. Es wird mithilfe zahlreicher Messdaten und zahlreicher thermischer Kopplungen versucht, diese so gut es geht aufeinander abzustimmen und den Produktionsprozess so effizient wie möglich zu gestalten, berichteten die Forschenden.

Darüber hinaus verwenden die Forschenden Künstliche Intelligenz-Modelle, um innerhalb von Simulationen oder mathematischen Modellen, Betriebsstrategien für Produktionsanlagen zu finden, die Energie- und CO2-Einsparungen versprechen. Die Erprobung findet dann in der Realität statt. Zudem wird untersucht, warum diese simulierte Strategie eventuell besser ist und wie die Erkenntnisse auf andere reale Anlagen übertragen werden können.

Quiz: Umwelt und Technik – Welche Auswirkungen hat der elektronische Konsum für unsere Umwelt?

Wer hätte gedacht, dass wir jährlich 40 Millionen Tonnen Elektroschrott produzieren? In Müllwagen gefüllt und hintereinandergestellt, würde die Schlange fast um den halben Erdball reichen. Fakten wie diese gab es am 3. Tag der Nachhaltigkeit im Instagram-Quiz der Studentischen Initiative für Nachhaltige Entwicklung (sti:ne). Doch darüber hinaus hat die sti:ne noch ein ganz besonderes Informationsangebot für alle zusammengestellt: Wer in der Informationsflut und der großen Mengen an Apps nicht mehr durchblickt, ist hier genau richtig. In einer Sammlung, die ab jetzt dauerhaft und für jeden zugänglich ist, wurden 11 Apps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag unter die Lupe genommen. Von Code Check, über Eat Smarter bis zur Happy Cow ist alles dabei. Die Appsammlung gibt es hier kostenlos zum Download. Einfach reinschauen und neue Alltagshelfer entdecken!

4. Tag der Nachhaltigkeit naht!

Auch wenn der dritte Tag der Nachhaltigkeit schon wieder vorbei ist, rückt mit jedem Tag das Angebot des vierten Nachhaltigkeitstags näher. Am 24. November geht es mit dem Thema „Ernährung & Landwirtschaft“ in die letzte Runde für dieses Jahr. Auch hier wartet wieder viel spannender Input auf euch – seid gespannt!

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